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Montag, den 11.10.2010 15:01
Rückblick – zwei Wochen internationales Jugendkulturcamp „Robin Hood im Paradies“



73 junge Menschen aus 10 verschiedenen Nationen haben zwei Wochen lang gemeinsam gelebt und erlebt, gearbeitet und gefeiert. Sie haben mit einem Mix aus neun unterschiedlichen Sprachen und mit Händen und Füßen kommuniziert. Menschen die sich anfangs noch vollkommen fremd waren, lagen sich beim Abschied tränenreich in den Armen.

Was ist passiert in diesen zwei Wochen?

Der August 2010 war der regenreichste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Doch dadurch ließen sich die Teilnehmer aus der Ukraine, Frankreich, England, Schottland, Polen, Lettland, Spanien, Italien, Israel und Deutschland genauso wenig die Motivation nehmen wie die über 100 ehrenamtlichen Helfer, die das Camp in dieser Form erst möglich gemacht haben.

Als bereits in den ersten Tagen sintflutartige Regengüsse das Campgelände zu überschwemmen drohten, schaufelten Helfer der freiwilligen Feuerwehr und des THWs bei Wind und Regen Gräben um die Zelte. Bis nach Einbruch der Dunkelheit tauschten die heldenhaften Retter undichte Zelte aus. Obwohl das Camp nach dieser Aktion so Regensicher war wie nur möglich, wurde das Gelände kurz darauf aufgrund von Dauer-Starkregen vorübergehend evakuiert. Zwei Nächte sollten alle im Jugendgästehaus Velbert mal wieder richtig trocken werden, bevor sie wieder in die Zelte einziehen würden. Den weiteren Camp-Aktivitäten tat dies aber keinen Abbruch; nicht einmal der gemeinsame Freibad Besuch fiel aus.

Bereits die Eröffnungsveranstaltung war geprägt von Dauerregen. Dennoch haben sich die Teilnehmer, sowie auch einige besonders mutige Heiligenhauser, aufgemacht ins Paradies, um der Pflanzung des Major Oak Setzlings am Waldmuseum beizuwohnen. Aus der Heiligenhauser Partnerstadt Mansfield war sogar der Bürgermeister angereist, um dem Ableger der Robin Hood Eiche aus dem Sherwood Forest nahe seiner Stadt seinen Segen zu geben; das Symbol für den Namensgeber des Camps, auf dessen Spuren die Teilnehmer nun zwei Wochen lang wandeln würden.

Und das auf sehr unterschiedliche Weise, je nach dem an welchem Workshop sie teilnahmen. Da wurde Robin Hood tatsächlich gesucht, in alten Balladen, wurde die Entstehung der Legende nachgezeichnet, wurde überlegt, was diese Figur zu einem Helden macht. Eine andere Gruppe hat sich praktisch mit der Zeit auseinander gesetzt in der die Legende angesiedelt ist, hat am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, den ganzen Lehm zu treten, der für einen Ofen benötigt wird. Und da steht er nun am Umweltbildungszentrum der Lehmofen, über den sich in Zukunft noch viele Heiligenhauser freuen werden. Nachhaltigkeit war ein wichtiger Gesichtspunkt des Camps. Sie stand im Zentrum eines weiteren Workshops, der das Thema Helden auf eine ganz andere Weise beleuchtete, indem praktische Versuche durchgeführt wurden, zum Beispiel selber Strom aus erneuerbarer Energie zu gewinnen. Die Teilnehmer waren immerhin so erfolgreich, dass die Musikanlage der Theatergruppe hierdurch mit Strom zu versorgt werden konnte. Diese wiederum hat selber ein Stück erarbeitet und stellte ihre ganz eigene Interpretation zum Thema Helden dramatisch dar. Eine ihrer Szenen wurde auch mit live Musik untermalt – der Musikworkshop hat einen Camp Soundtrack komponiert; die stimmungsvollen Melodien werden noch lange in den Köpfen der Zuhörer nachklingen. Rund um die junge Eiche wurde zwei Wochen lang gehämmert, gemeißelt, gefeilt und gesteckt. Stein-, Holz- und Mosaikkunst zieren jetzt den Platz, der Spaziergängern im Paradies sofort ins Auge sticht. Hier ist ein Monument entstanden, das an den August 2010 erinnert, und Außenstehenden die Möglichkeit gibt, sich damit zu beschäftigen, was zu dieser Zeit eigentlich genau passierte in der Abtsküche. Dank der Dokumentationsgruppe wurden die Alltagshelden des Camps verewigt in Schrift und Foto und Film; diese dienen als Erinnerung aber hoffentlich auch als Inspiration für ähnliche Projekte.

Natürlich öffnete das Camp auch seine Türen für die Öffentlichkeit. Zum Bergfest kamen viele neugierige Heiligenhauser und mischten sich unter die internationalen Gäste. Die Feier wurde eingeleitet durch schottische Ceilidh Tänze und endete als rauschende internationale Tanz-Party.

Um die Ergebnisse ihrer zweiwöchigen Arbeit stolz der Öffentlichkeit zu präsentieren, bereiteten die Teilnehmer zum Camp-Ende einen „Tag der offenen Tür“, oder besser gesagt zwei Tage, vor. Die vorwiegend Open Air geplanten Veranstaltungen mussten aber leider – aus Regen-Gründen - kurzerhand in die Scheune verlegt werden. Eingeleitet durch einen ökumenischen Gottesdienst präsentierten nun die unterschiedlichen Workshops ihre Arbeitsergebnisse auf ganz individuelle Weise. Diejenigen Heiligenhauser, die sich trotz Wetterbedingungen vor die Tür gewagt hatten, bekamen so die Chance, einen Hauch internationale Camp-Atmosphäre zu schnuppern und sich von der Euphorie und Kreativität von 73 jungen Menschen aus 10 verschiedenen Ländern anstecken zu lassen.


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