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Donnerstag, den 11.11.2010 11:31 "Heiligenhaus öffnet Türen": RUHR.2010-Local Hero-Woche vom 12. bis 18. Dezember
"Heiligenhaus öffnet Türen“ hieß es für sieben Tage vom 12. bis 18. Dezember – und der Name war Programm! Heiligenhaus öffnete Tür und Tor, um Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung willkommen zu heißen und um seinen Bürgern neue Perspektiven auf ihre Stadt zu schenken. Aber auch um Künstlern, Musikern, Schülern, Vereinen – kurz: den Local Heroes – eine Bühne zu bieten. Heiligenhaus öffnete Tür(ch)en, weil pünktlich vor dem vierten Advent ein Weihnachtsdorf samt Eislaufbahn und Rahmenprogramm in der ganzen Innenstadt entstand.
Doch zurück zum Anfang: Warum wurde Heiligenhaus überhaupt „Gast-Local Hero“, fühlt man sich doch im Städtedreieck Wuppertal, Düsseldorf und Essen sowohl zum Bergischen Land als auch zum Rheinland und Ruhrgebiet gehörig? Begründet liegt die Teilnahme am Staffellauf im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 in den besonderen historischen Banden, welche Heiligenhaus mit Essen verbinden, insbesondere mit der Abtei Werden. Zu deren Territorium gehörte das Heiligenhauser Stadtgebiet nämlich schon seit der Klostergründung im ausgehenden 8. Jahrhundert. Zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges hatte der Werdener Wahlabt und kaiserliche General-Kriegs-Kommisarius Preutaeus gar seinen ständigen Wohnsitz auf Schloss Hetterscheidt im nicht ganz zufällig „Abtsküche“ benannten Stadtteil. Von dort ritt er nach Werden, um die Messe zu lesen, dann aber auch schleunigst wieder zurück. Ähnlich wie in jenen Tagen ging es am 12. Dezember zu, als die Heiligenhauser „Local Hero“-Woche – natürlich in Anwesenheit der historischen Hausherren – in der Abtsküche mit einem mittelalterlichen Spektakel in und um die Feuerwehrscheune feierlich eröffnet wurde. Hier fand im August als Teil der Kulturhauptstadt schon das Jugendkulturcamp "Robin Hood im Paradies" unter internationaler Beteiligung statt, von dem auch im Dezember noch einige Spuren sichtbar waren. Und ganz in der Nähe lockten die Dauer- und Sonderausstellungen der Heimatkundlichen Sammlung und des Waldmuseums, außerdem das bald wieder eröffnende Feuerwehrmuseums. Weitere besondere Ausstellungen zeigten außerdem während der gesamten Woche kosmische Bilder der heimischen Künstlerin Ute Dix, eine hochkarätige internationale Krippensammlung, Farb-Xylographien von Dalís Visionen zu Dantes „Göttlicher Komödie“ und informieren über Leben und Werk des frommen „Lokalhelden“ Gerhard Tersteegen und den Pietismus in Heiligenhaus. Apropos Helden: Einen gewichtigen Beitrag zu „Heiligenhaus öffnet Türen“ leisteten auch die örtlichen Schulen. Sie hoben an allen Wochentagen immer um 17 Uhr den Vorhang und sorgen für ein buntes Programm aus Theater- und Filmvorführungen sowie künstlerischen Beiträgen. Den Anfang machte das Immanuel-Kant-Gymnasium mit Musical- und Theaterszenen, am Dienstag folgte „Till Eulenspiegel“ in fünf Kapiteln mit kleinen Darstellern von fünf Grundschulen; die Gesamtschule zeigte eine Dokumentation über Heiligenhaus zur NS-Zeit und die Realschule beschloss die Arbeitswoche mit der Aufführung eines selbst geschriebenen Stücks. Unterschlagen wurde hier nur der Mittwoch: Da öffneten sich direkt im Stadtzentrum die Tore des alten Güterbahnhofs an der Westfalenstraße, wo der Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein und Kunstkurse der Gesamtschule mit Säulengarten, Projektionen und Performance einen temporären Kunstraum bespielten. Vier Abendveranstaltungen versorgten diejenigen, die sich lieber im Warmen und Trockenen aufhalten: Die Ohren für klassische Musik zu spitzen galt es in der Dorfkirche Isenbügel, bevor Comedy- und Kabarettgrößen wie Herbert Knebel und Jürgen Becker die Lachmuskeln strapazierten und bei der „New Orleans Music Night“ am Freitagabend vor allem schnipsende Finger und kreisende Hüften gefragt waren. Gleich alle Sinne sprach die Benefizgala zum Abschluss von „Heiligenhaus öffnet Türen“ an, erarbeiteten hier doch die Spitzenköche des FC Ruhrgebiet und virtuose Künstler aus dem Umfeld von Folkwang, Aalto, Grillo und Essener Philharmonie eine Choreographie aus Dinner und Bühnenprogramm. Zum Beispiel waren neben dem A-Capella-Ensemble "The Quintones" und der swingenden Big Band "Dean Baxster & the Kingfish Orchestra" also auch je ein Stepptanz- und ein Chocolatier-Weltmeister. Der Abend wurde großzügigerweise gesponsort durch die Eheleute Thormählen, die die Einnahmen wiederum für ein Heiligenhauser Jugendprojekt (Arbeitstitel: Dirt-Bike-Strecke) stiften wollen. So schließt sich der Kreis, während die Türen auch nach dem 18.12. offen bleiben. Nicht zuletzt im hiesigen Kulturzentrum: „Der Club“ richtete sowohl die alternative Eröffnung mit „Worst Case Szenario“ als auch das zeitlich letzte Kapitel der Heiligenhauser Woche aus. Wie der Partytitel „Open End“ schon erahnen lässt, hat aber niemand vor, mit der Weitergabe des Staffelstabs an Alpen das kulturelle Schaffen dran zu geben, sondern stetig und mit bekannter Qualität weiter die Nischen zu bespielen.
Das Programm von "Heiligenhaus öffnet Türen" Jauchzet ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel, in Chören Dantes göttliche Komödie – Hölle, Fegefeuer, Paradies OuverTÜRE: Verschlüsselte Geheimnisse im Mikro- und Makrokosmos des Universums Abtsküche hisTORisch Worst Case Szenario Macht hoch die Tür Das IKG hebt den Vorhang Till Eulenspiegel schaut durch's Schlüsselloch Darbietungen der Heiligenhauser "Jugend musiziert"-Preisträger und der Isenbügeler Jugendtheatergruppe Kabarett Rhein-Ruhr Mit Herbert Knebel, Jürgen Becker, Anka Zink und Ruth Schiffer Urban Heroes Hinter verschlossenen Türen: Heil Heiligenhaus Das märchenhafte Weihnachtsdorf öffnet die Tore Große internationale Krippenausstellung Alles ein verflixtes Märchen! New Orleans Music Festival Weihnachten im Dom Benefizgala zum Abschluss von "Heiligenhaus öffnet Türen" Open End <- Zurück zu: Startseite |




