Die Fahne vor dem Rathaus hat es schon länger im Voraus angekündigt, doch nun rückt der Grund für die ausgefallene Beflaggung in greifbare Nähe:
Heiligenhaus beteiligt sich im Jahr 2010 als einziger Gast, der nicht zum Regionalverband Ruhr gehört, an den Festivitäten zur Kulturhauptstadt Europas, RUHR.2010. Begründet liegt dies in den besonderen historischen Banden, welche Heiligenhaus mit Essen als Epizentrum der „Metropole Ruhr“ verbindet.
Dass eine ganze Region zur Kulturhauptstadt erklärt wird, ist übrigens ein Novum: Der Titel wird zwar seit 1985 verliehen, bisher wurde die Ehre aber immer nur einzelnen Städten zuteil - 2010 neben dem Ruhrgebiet auch Istanbul und Pécs in Ungarn.
In Heiligenhaus sind es drei Projekte, die sich im Rahmen der RUHR.2010 abspielen werden. Angefangen mit dem „!SING - Day of Song“ (zu deutsch „Tag des Liedes“) am Freitag und Samstag nach Fronleichnam, folgt in der zweiten Augusthälfte das internationale Jugendkulturcamp „Robin Hood im Paradies“, bevor das Kulturhauptstadtjahr vor Ort mit der „Local Heroes“-Woche im Dezember ausklingt.
Danach endet das Heiligenhauser Engagement zur RUHR.2010 genauso wie man sich im gesamten Ruhrgebiet vom Titel „Kulturhauptstadt Europas“ trennen muss. Wer aber meint, dass bei Jahresende und mit der Weiterreise der Kulturhauptstadt nach Finnland und Estland alles zurück in einen Dornröschenschlaf fällt, liegt falsch: Vielmehr werden sich durch die unterschiedlichen Projekte im Rahmen der RUHR.2010, die allesamt nur durch großes ehrenamtliches Engagement und Zusammenarbeit bestehender Institutionen auf die Beine zu stellen sind, sicher auch ganz lokal neue Ideen und Netzwerke ergeben. Die nachhaltigen Früchte werden also hoffentlich noch in folgenden Jahren zu verköstigen sein.


